Dienstag, 12. März 2013

Vom clownesken Monolog zum weiblichen Dialog in 50 Minuten




Saarlouis. Theatersaal der KOMMkultur im SBS e. V.  Während dieses schnarchende clowneske Wesen im Nachthemd in die Dunkelheit des Raumes hinein schlafwandelt, versteht man sofort: Es wird viel geschehen in den nächsten 50 Minuten. Und dann passiert so einiges. Denn in dieser Zeit wendet sich das Ich hin zum Du, wandelt sich ein Es zur Sie und am Ende das Ich zum Wir. 






Emilie Olivier betritt nach ihrem intensiven Schauspiel abgeschminkt das Foyer des Theaters und möchte mit den Zuschauern über deren Empfindungen reden. Mit einem Glas Rotwein in der Hand steht sie am Tisch. "Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich müsse weinen." sagt eine Frau. "Aber vieles war auch zum Lachen, oder nicht?" erwidert Emilie. Gerne hätte ich ihr gesagt, dass ich im letzten Drittel des Stücks das Bedürfnis hatte, nach vorne zur Bühne zu gehen. Und dass ich sie umarmen wollte. Aber das habe ich mich dann doch nicht getraut. 






Zögernd traut sich dann Emilie jedoch in der Garderobe vor meine Pentax. Und ich bedanke mich bei ihr für dieses Vertrauen. Und für ihre großartige One-Woman-Performance, die mir im Gedächtnis bleiben wird. 







Sonntag, 17. Februar 2013

"Schwachheit ist ein Moment der Selbstbetrachtung"

(Eric Fischl)


Vorgestern besuchte ich den nackten Mann.
Er war mir ausgeliefert. 
Und ich ihm. 





Skulpturen, Fotografien, Gemälde, Installationen. Allesamt nackt. Allesamt männlich. Allesamt unter Beobachtung größtenteils weiblicher Augen. Jedenfalls während ich die Ausstellung besuchte. 

Einige Fotografien, wie z. B. die von Spencer Tunick und Annie Leibowitz, haben mich besonders fasziniert. Ein alter Mann, mitten auf einem Gehweg, im Hintergrund die befahrene Straße - ein alter Mann, gefangen in einem großen Fischernetz. Das Foto, welches den nackten und bemalten Keith Haring porträtiert - in einem bemalten Zimmer, mit dem er fast verschmilzt. 

Das Kunstwerk von Ron Mueck zog mich immer wieder zu sich. Ein winzig kleiner, lebendig wirkender schlafender Mann, eingehüllt in Decken, den ich gerne berührt hätte, den ich aber nicht berühren durfte, wie mir ein warnendes Schild verbot. Diesen Mann betrachtete ich am häufigsten. Und ich wäre gern noch länger bei ihm gestanden, wenn nicht noch weitere Männer auf mich gewartet hätten.




Ein wenig länger hätte ich ebenfalls gerne verweilt bei einer Videoinstallation eines Striptease-Tänzers, der "weder schön war noch tanzen konnte". Sagt wer? Elisabeth Nowak-Thaller sagt das. Sie führte nämlich gerade eine Gruppe von ca. 20 Frauen und einem einzigen Mann durch die Ausstellung und war fast ständig in Reichweite meines Gehörs. Doch ein paar nützliche von ihr ausgesprochene Informationen zum "nackten Mann in der Kunstgeschichte" konnte ich dann doch noch im Laufe des Rundgangs aufschnappen.  


Leider läuft diese Ausstellung nur noch genau 30 Minuten im Lentos Kunstmuseum Linz. Wer diese Ausstellung trotzdem noch sehen möchte, hat diese Möglichkeit ab 21. März 2013 im Ludwig Museum in Budapest. Ich bin im März zufällig sogar in Budapest. Und vielleicht werde ich sogar den kleinen Mann, eingehüllt in Decken, wieder besuchen.




Donnerstag, 13. Dezember 2012

Sonntag, 11. November 2012

Ganz großes Kino!


"Magnum am Set" Im Saarlouiser Haus Ludwig werden zur Zeit auf zwei Stockwerken mehr als 100 Set-Fotos von Eve Arnold, Cornell Capa, Herni Cartier-Bresson, Bruce Davidson, Elliott Erwitt, Jean Gauzmy, Burt Glinn, Erich Hartmann, Erich Lessing, Inge Morath, W. Eugene Smith, Dennis Stock und Nicolas Tikhomiroff gezeigt. Der Eintritt ist frei.


Das begleitende Programm dieser Ausstellung beinhaltet neben museumspädagogischen Angeboten und kostenlosen Führungen auch Filmvorführungen im Captiol MovieWorld in Saarlouis jeweils um 17.30 Uhr. Gezeigt werden die Filme, deren Standfotos in der Ausstellung zu sehen sind. 


Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Februar 2013.



Aber auch im obersten Stockwerk, in dem es die regelmäßig wechselnden Ausstellungen zu besuchen sich lohnt,  sind Kunstwerke verschiedenster Künstler zu sehen, die unter anderem Herr Bernhard Giebel immer wieder zusammenträgt und sie dort der Öffentlichkeit zeigt.

Als ich Ende September dort war, lief gerade die Ausstellung "Die Musik der Farben und Formen". Über das aktuelle Programm kann man sich hier informieren: http://museum-haus-ludwig.saarlouis.de/






Sonntag, 14. Oktober 2012

Hinter der Zukunft stand ich davor und staunte...


Behind the Future.
Nicolas Dhervillers – Neue Fotografie

"Das sind doch keine Fotografien. Das sind doch Gemälde." Fünf bis sechs Schritte vorwärts und ich änderte meine Meinung. "Neenee, das sind ja doch Fotografien." Fünf bis sechs Schritte rückwärts und ich war mir darüber klar, was ich sehe. "Das sind Fotografien, die aussehen wie gemalt." und ich fragte mich: "Wie macht der das bloß?"

Foto: Günter Auzinger


Tja, das wird wohl Nicolas Dhervillers' Geheimnis bleiben. Aber auch trotzdem, oder gerade deswegen lohnt sich der Besuch der Ausstellung in der Möllerhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte allemal. 



Und wenn man dann schon mal dort ist, sollte man sich auch gleich noch in der Gebläsehalle umschauen. Dort gibt es nämlich traumhafte Autos und Fotografien von Günther Raupp zu bestaunen. 






Samstag, 22. September 2012

Achso... ähm... ja... also... die Samsung S750 hatte ich auch noch mit.



Das hab ich wohl einfach vergessen vorhin zu erwähnen... 


















Freitag, 21. September 2012

Schouwen-Duiveland und das Brüssel-Syndrom


Nachdem ich 2009 schon einmal ein wunderschönes Wochenende an der holländischen Nordsee verbracht hatte, packte mich dieses Jahr plötzlich  die Sehnsucht nach dem Meer und diesen Poffertjes und so fuhr ich Anfang September erneut über Belgien in Richtung Renesse. Und diese Reise führte zwangsläufig durch die Zentrale Europas. Nämlich Brüssel. 

Eigentlich führt der Weg nicht durch Brüssel hindurch, sondern um Brüssel drumherum. Und wenn man den Schildern auf der Autobahn folgt, scheint das auch im Prinzip keinerlei Problem zu sein, dieses Brüssel an sich. Ja, aber nur eben wenn. 

Das Autobahnschild, welches den gemeinen Autofahrer um Brüssel herum führen sollte, war bedauerlicherweise nicht da. Es war weg. Also genaugenommen einfach abmontiert. Und ehe man sich versah, steckte man mittendrin in Brüssel. Und diese Stadt lässt einen nicht mehr los. 

Verkehrsschilder hat Brüssel ja echt in Massen. Lauter schöne kleine rechteckige Verkehrsschilder. In blau. Mit hübschen weißen Pfeilen, die auf der einen oder anderen dreispurigen Straße mal freundlich nach links, rechts oder geradeaus winken. Nur steht da nix dran. An den Pfeilen. Nix. Und wäre man nicht glücklicherweise in einen Stau geraten, in dem man den Nebenmann und auch Nebenfrau mit einheimischen Kennzeichen nach dem Weg fragen konnte... ich wohnte wohl zwischenzeitlich in Brüssel.

Nach drei Stunden Verspätung konnte endlich das Meer erblickt werden und alles war wie es sein soll. Nämlich gut. Und bekanntlich lernt man ja auch aus jedem noch so nichtssagenden Erlebnis und so sogar auch aus diesem. Seit Brüssel weiß ich wenigstens, an was ich leide, wenn ich in meinem  Leben mal wieder nicht so recht weiter weiß. Am Brüssel-Syndrom.

So. Genug gebrüsselt. Jetzt müsst ihr durch meine Urlaubsknipsbildchen durch. Hilft ja alles nix...


 
 
 
 

Mit dabei waren diesmal die Agfa Isola und die Minox 35 GT, die schon wieder ihren Dienst verweigert hat, und mein lieber Freund Gilligan. Rumgetrieben haben wir uns in Renesse, in Marina Port Zélande und in Vlissingen. 


Ein Farbfilmchen gibts auch noch:




Und ich will da wieder hin. Von mir aus auch wieder über Brüssel.